Verkehr und Neat

Dass der Verkehr wichtig ist, müssen wir nicht lange erklären, denn wir arbeiten, konsumieren und wollen uns in der Freizeit auch erholen. Dies führt zwangsläufig zu Verkehr.Für mich sind sowohl Schiene als auch Strasse wichtig. Beide Infrastrukturen haben wichtige Aufgaben zu erfüllen und sich gegenseitig zu ergänzen. Aber die Mobilität hat auch Grenzen. Auch beim Verkehr müssen wir lernen mit Knappheit umzugehen.

Das Schweizer Volk hat in mehreren Volksabstimmungen die Pflöcke einer intelligenten Verkehrspolitik eingeschlagen. Dieser Weg ist weiter zu verfolgen, weil er nicht nur verkehrspolitisch, sondern auch wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist.

Eine gute Anbindung von Uri an den OeV ist für die künftige wirtschaftliche Entwicklung unseres Kantons und für Uri als Wohnort für unsere Pendler von entscheidender, ja, von existenzieller Bedeutung. Hier spielt die SBB die massgebende Rolle. Mit guten Verbindungen kann sie unterstützend wirken. Dies zeigen z.B. die Verbindungen von Zürich nach Zug, Schwyz, Pfäffikon oder Frauenfeld oder in einer anderen Region z.B. von Bern nach Freiburg.

Für die Zukunft habe ich deshalb klare Erwartungen an die Gotthardbahn, bzw. SBB. Ich erwarte:

  • einen qualitativ guten Halbstundentakt nach und von Uri.
  • eine Verbindung zu Randzeiten, die den Besuch von Schulen, Weiterbildungsveranstaltungen, kulturellen und sportlichen Angeboten in Städten wie Zürich und Luzern gewährleistet.
  • eine Gotthardbergstrecke, die für Uri und Tessin nicht nur ein touristisches Angebot, sondern auch eine Erschliessungsfunktion wahrnimmt.
  • ein gutes OeV-Angebot innerhalb des Kantons Uri, das die Regionen des Kantons verbindet.
  • eine SBB, die sich um weitere Kompensationsmöglichkeiten bei den SBB-Arbeitsplätzen bemüht.

Die NEAT ist ein Jahrhundertprojekt. Planung und Bau erstrecken sich über mehrere Jahrzehnte, was in einem Gegensatz zur heute üblichen kurzfristigen Politik steht. Ein solches Projekt kann nicht im Voraus in jedem Detail geplant werden und alles Geplante kann auch nicht immer genau wie einmal vorgesehen, umgesetzt werden. So haben die Tunnelkatastrophen beispielsweise dazu geführt, dass der Sicherheitsstandard auch für die NEAT überprüft und angepasst werden musste. Dies hatte dann auch entsprechende Mehrkosten zur Konsequenz. Die NEAT ist ein ausserordentlich grosses und ausserordentlich anspruchsvolles Projekt. Dementsprechend muss auch immer wieder mit grossen Problemen gerechnet werden. Die parlamentarische Aufsichtsdelegation (NAD) hat den Auftrag, den Bau des Projekts kritisch zu begleiten. Dabei dominiert naturgemäss die Kritik. Aber wir haben auch den Auftrag, die Gesamtzusammenhänge aufzuzeigen.

Der NEAT-Zug ist nicht entgleist! Im Ausland erfährt die NEAT grosse Bewunderung. In der Schweiz verkommt sie gegenwärtig fast zum Schimpfwort. Mit einem "Schlechtreden"wird man aber diesem Grossprojekt nicht gerecht.

Uri ist von der Neat sehr stark betroffen. Deshalb habe ich auch klare Erwartungen an sie. Ich erwarte:

  • eine Linienführung der NEAT, die auf die Anliegen von Uri Rücksicht nimmt. "Berg lang" ist im Auge zu behalten.
  • eine NEAT, die nicht nur in der Bauphase, sondern auch im Betrieb Arbeitsplätze schafft.
  • eine NEAT, die nicht nur die Strassen vom Schwerverkehr entlastet, sondern auch zur Erschliessung etwas beiträgt.

 

Parlamentarische Vorstösse:

01.3721 Ip. Stadler: Handlungsspielraum FinöV-Projekte

01.3305 Emp. Stadler: Neat-Zufahrtslinie im Kanton Uri

01.1047 D.EA Stadler: Neat. Optimierung im Kanton Uri

00.3247 Ip. Stadler: Entscheidungsgrundlagen im Zusammenhang mit der Umsetzung des Landverkehrsabkommens

 
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